Das 9. Internationales Festival JAZZ AM HOF 2016 ist vorbei .

Wir bedanken uns für Ihren Besuch und freuen uns auf ein zahlreiches Kommen beim Jubiläumsfestival 2017!

Hier der in de PNP erschienene Artikel:

Die Musikergruppe um Kim Barth (l.) spielte am Freitagabend vor rund 70 Besuchern.

 

Fürstenzell. Einmal im Jahr wird die schmale Straße, die zum kleinen Weiler Ausham bei Fürstenzell führt, entlang des Dreiseithofs von Fred Mutzl noch ein wenig schmäler als sonst. Wenn der Schreiner und Musiker international bekannte Künstler zu "Jazz am Hof" lädt, wird der Straßenrand zum Parkplatz und der Hof zum Konzertgelände. Am Freitag und Samstag fand das Festival zum neunten Mal statt, allerdings – anders als bisher – nicht im Freien, sondern in der Schreinerwerkstatt von Fred Mutzl.

Zusammen mit dem in Polen lebenden Marimba-Musiker und Vibraphonisten Dominik Roslon eröffnete der Veranstalter persönlich den ersten Festivalabend. Als Marimba-Duo sind die beiden schon des Öfteren aufgetreten. Dieses Mal spielte Roslon jedoch das erste Stück am Piano, "um für Abwechslung zu sorgen" wie Fred Mutzl bei seiner Begrüßung erklärt hatte. Nach drei Stücken zu zweit wurden die beiden durch Florian Weilleitner auf der Geige, Felix Rose auf der Bratsche und Leonhard Franz am Cello unterstützt. Fred Mutzl hatte Eigenkompositionen für Marimba, Streicher und Vibraphon so arrangiert, dass zum Beispiel das Stück "Russia Express" in dieser speziellen Besetzung völlig neuartig dargeboten wurde.

Los geht’s: Fred Mutzl und Dominik Roslon eröffneten die neunte Auflage von Jazz am Hof. Begleitet wurden sie von Streichern

 Wenn auch die Auftritte der  Künstler in diesem Jahr nicht draußen stattfanden, blieb der    Hof nicht ungenutzt.Vor allem        in der Pause, als es schon dunkel war, schafften zwischen Biertischen und -bänken aufgestellte  Feuerschalen und mit bunten Teelichtgläsern dekorierte Tische und Fensterbänke trotz frischer Temperaturen eine gemütliche Sommernacht-Atmosphäre. Auch  vor Beginn der Auftritte nahmen   die Gäste dort Platz und schienen die Stimmung so zu genießen,   dass die für 20 Uhr geplanten Darbietungen an beiden Tagen   erst rund eine halbe Stunde    später begannen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fulminanter Schluss: Rainer Böhm am Flügel und Vitaliy Zoltov an der E-Gitarre.− Fotos: Zimmermann

 

Mit der Musikergruppe um Kim Barth am Freitagabend und den Künstlerkollegen von Konstantin Herleinsberger am zweiten Festivaltag, hatte Fred Mutzl zwei Quartette eingeladen, die trotz ähnlicher Besetzung mit ihren unterschiedlichen Stilrichtungen Akzente setzten. Kim Barth zeigte sein musikalisches Können an drei Instrumenten im Wechsel: Mit Altsaxofon, Sopransaxofon und Querflöte spielte er mit seinen Kollegen Michael Flügel am Fender Rhodes und am gewöhnlichen Piano, Marco Kühnl am Bass und Christopher Huber am Schlagzeug Musik mit brasilianischem Einfluss. Dass Kim Barth einige Jahre in Rio de Janeiro gelebt und gearbeitet hat, zeigen auch die vielen portugiesischen Titel seiner Kompositionen.

Jazz und Blues, mal ruhig, mal schnell – damit beeindruckte das Quartett mit Konstantin Herleinsberger (2.v.l.) am Samstagabend.

Der Pianist Andreas Feith, Bassist Peter Christof, Schlagzeuger Dominik Raab und Saxofonist Konstantin Herleinsberger spielten Jazz und Blues, mal ruhig, mal schnell. Viele Soli sorgten dafür, dass nicht nur die Gruppe als Ganzes, sondern auch die einzelnen Künstler viel Aufmerksamkeit und Applaus bekamen. Dass seine Zeit in Nürnberg, wo Konstantin Herleinsberger an der Hochschule für Musik Jazz-Saxofon studierte, sein künstlerisches Schaffen beeinflusst hat, zeigte sich zum Beispiel in dem Stück "Twenty one". "Ich habe das Stück in Erinnerung an meine WG in Nürnberg geschrieben, die mich sehr inspiriert hat", erzählte er bei Jazz am Hof. Seine beiden Mitbewohner waren ebenfalls Saxofonisten.

In der Werkstatt spielten die Künstler auf Augenhöhe mit ihrem Publikum. Maschinen, Schränke und Wand, vor der die Instrumente aufgebaut waren, hatte Fred Mutzl mit einfarbigen Tüchern abgehängt. Überall standen Teelichter in Papiertüten, aus denen Mond und Sterne ausgestanzt waren, so dass nur Kerzenlicht und bunte Scheinwerfer den Raum erhellten.

Zum Abschluss des Jazz-Festivals trat mit dem E-Gitarristen Vitaliy Zoltov und dem Pianisten Rainer Böhm ein besonderes Duo auf: Mit ungewöhnlichen Titeln und den dahinter steckenden Anekdoten wie "Sie sagte mir ein paar Mal, dass ich das Fahrrad zurückbringen muss", kurz "Das Fahrrad", oder "Ich bin wie ein richtiger Hund" sorgte Vitaliy Zoltov schon im Vorfeld der jeweiligen Stücke für eine lockere Stimmung bei den Zuhörern. Die Sounds von Gitarre und Klavier ergänzten sich in den größtenteils schnellen Stücken bestens, verschmolzen teilweise fast zu einem.

Als am Samstag kurz nach Mitternacht die Zugabe gespielt war, zeigte sich Veranstalter Fred Mutzl zufrieden. "Es ist nur schade, dass zum Schluss nicht mehr so viele Leute dageblieben sind", sagte der Musiker im Bezug auf den abschließenden Auftritt von Vitaliy Zoltov und Rainer Böhm. Rund 70 Gäste waren am Freitagabend gekommen, etwa 50 am Samstag.

Im nächsten Jahr feiert Jazz am Hof zehnjähriges Bestehen, wieder in der Werkstatt, und vielleicht, so deutete Fred Mutzl an, mit dem amerikanischen Jazz-Musiker Steven Santoro.

 

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